Linux auf einem Medion/Microstar MD-9631

Linux auf einem Medion/Microstar MD-9631


von Marco Kraus



Ich fahre ein Debian testing und beschreibe hier die Installation einzelner Hardwarekomponenten Die Installation kann sich vno Distribution zu Distribution leichter oder schwieriger gestalten.


ACPI und APM

Auch hier tritt das bekannte ACPI Interrupt Problem, das von weniger teureren Notebooks bereits bekannt ist, auf. Bevor Netzwerk,Sound oder ähnlich richtig geht, muss der Kernel mit dem aktuellen ACPI Patch versorgt werden (acpi.sourceforge.net) und selbst durchcompiliert werden. Die sollte ohne Probleme machbar sein. Ein IRQ Route Patch ist nur bei Kernel <= 2.4.17er noetig.
Achtung: Der Patch ist vorher durchzuführen, bevor überhaupt was andere gemacht wird. ACPI und auch APm ist danach immer noch nicht nutzbar (fehlende ACPI Unterstützung im Linuxkernel), aber die Probleme mit den IRQs sind weg.
Wenn du im Kernel den erweiterten ACPI Support mit eincompilierst, dann kannst du den Batterie- und Prozessorstatus beobachten (legt im /proc/acpi die entsprechenden Files an)

Touchpad

GPM mit Ps/2 einstellen. Somit entsteht der link /dev/gpmdata Ein Symlink /dev/mouse auf /dev/gpmdata und als Maus im X11 dann /dev/mouse angeben. Sollte so problemlos funktionieren. Wenn man in X11 /dev/psaux angibt setzt die Maus sporadisch aus/ setzt falsch an.


Netzwerk

Die Netzwerkkarte ist eine Realtek 8139C und wird nativ durch den Kernel unterstützt.

Ein "modprobe 8139too" sollte hier reichen.

Sollte das Loopback-Netwerkdevice nach der Installation fehlen, dann fehlt einfach nur die Zeile 'auto lo' in der Konfigurationsdatei für die Interfaces. Wenn du folgendes in '/etc/network/interfaces' einträgst sollte das Problem behoben sein:

--- cut ---
auto lo
iface lo inet loopback
--- cut ---

Die /etc/resolv.conf wird bei Debain nicht angelegt; diese kann/sollte so aussehen (Nameserver natürlich variabel; diese sollten aber gehen):

--- cut ---
search local
nameserver 212.227.14.1
nameserver 194.246.96.49
nameserver 194.25.2.131
--- cut ---


Sound

Es befindet sich ein VIA via82cxxx_audio Chipsatz in dem Gerät. Dieser wird direkt von den Kernelmodulen direkt unterstützt. Nichtmal ALSA ist hier noetig. Einfach das Modul mit: modprobe via82cxxx_audio laden und es sollte gehen. (wenn man wegen ACPI Kernel compiliert hat, muss man natürlich speziell auf diesen und den AC97 Codec achten).


Grafikkarte:

Es befindet sich im System eine S3 ProSavage mit Twister Chipsatz (ID 8D01). X hat mit diese Karte in der Erkennung garkein Problem. Der Savagetriber tut hier problemlos. Jedoch ist für den Twister-chipsatz der native savage-Treiber bei der Xv (XVideo)-Erweiterung massiv buggy (der Entwickler weiss bescheid). Sobald eine Applikation also auf Xv Funktionalität zurückgreift (gerne Videobearbeitung; Xine nimmt Xv bei default freezed das komplette System. Da muss man also ein wenig drum herum arbeiten. Xine -V XShm forciert Xine eben nicht Xv als Videodevice anzusprechen und hat keine Probleme mehr. Wirklich viel mehr probleme hat man mit den anderen Applikationen nicht. Wenn ihr noch etwas bemerkt, dann maile mir (marco@linuxstuff.de).
Update:
https://ranger.s3graphics.com/370drv/ stellt einen Binärtreiber zur Verfügung, der auch mit XVideo tut. Nachteil: closed-sorce. Evtl. gibt es Probleme beim nächsten X11 update. Aber bisher arbeitet er perfekt; wenn man es wirklich benoetigt (bis auf Xine gab es keine Probleme; OpenOffice-Probleme koennen durch die Lösung unten eliminiert werden).

Open/Star-Office:
http://sdb.suse.de/en/sdb/html/tschobe_73savage.html verrät die Lösung zum Problem mit Open/Star-Office (hängt sich komplett mit X auf).

Lösung: (Danke an die SuSE Supportdatenbank)

--- cut ---

Edit or create the file /etc/profile.local with an editor and add the following line:

export SAL_DO_NOT_USE_INVERT50=true

Save this change and check the entry by logging in again and entering:

echo $SAL_DO_NOT_USE_INVERT50

If it has worked, you will obtain the following output:

true

--- cut ---


PCMCIA:

CardBus bridge: O2 Micro, Inc. OZ6933 Cardbus Controller (rev 01)
Ich habe einfach ALLES PCMCIA im Kernel deaktiviert, von pcmcia.sf.net das aktuelle pcmcia-cs-Paket geholt, compiliert und installiert.
Achtung: Wireless-Network (non-hamradio) support sollte aktiviert sein, aber keine Module auswählen. Sonst werden evtl. die Module nicht compiliert oder keine wireless-extensions gefunden.

Modem:

Das integriete Modem ist ein einfaches Softmodem. Das heisst es ist kein richtiges Modem, sondern eher eine Telephon-Schnittstelle. Die entsprechende Funktionalität muss per Sotware emuliert werden.
Die ist normalerweise unter Linux nicht machbar (proprietäre Hardware!). Wenige Chipsätze sind unterstützt und noch weniger Hersteller bieten eigene Linuxtreiber dafür an.
Glücklicherwiese befindet sich in unserem System ein Ambient (jetzt Intel) Chipsatz, der mit Treibern von Intel direkt für Linux (fertige Binaries) gefüttert werde kann. Lade dir das entsprechende Paket von http://developer.intel.com/design/modems/support/drivers.htm und befolge die einfachen Installationsanweisungen in der readm.txt.
Danach sollte das Modem gehen, ex existieren dann /dev/ham und der Symlink /dev/modem und kann nun z.B. mit wvdial zum einwählen bewegt werden.


(c) 2002 by Marco Kraus

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